Ein Schweinchen Namens Pina


Oink Oink. Hallo, ich heiße Pina.
Ende Januar kam ich im Alter von nur 3 Monaten zu Tierschutzverein M.u.T Bingen. Ich wurde schweren Herzens abgegeben, da mein damaliger Besitzer mich so gerne hatte, dass er sich ein artgerechtes Leben mit Artgenossen für mich wünschte. Und da war ich nun, ein kleines Schweinchen, zwischen Hunden, Katzen, Chinchillas und Co. . Meine Pflegemamis hielt ich ganz schön auf Trapp. Mit meiner verrückten Art haben mich aber alle ganz schnell ins Herz geschlossen.
Die Futterschüssel war aber auch immer so schnell leer und ich hatte so großen Hunger.
Ich mag es zu schmusen und gekrault zu werden, doch Artgenossen können meine Pflegemamis leider auch nicht ersetzen. Deshalb versuchten sie ganz schnell ein tolles zu Hause für mich zu finden.

Nach dem ganzen Papierkram und ein paar Pfund schwerer war es dann endlich in Sicht. Mein zu Hause auf Lebenszeit.
Und so ging es am 14.März endlich los nach Bayern. Ich war so aufgeregt.
Nach ein paar Überredungskünsten, bin ich aber dann doch in die Transportbox gegangen und es konnte endlich los gehen.Meine Pflegemami brachte mich nach Herzogenaurach. Dort wartete sehnsüchtig meine Adoptivmami auf mich. Das interessierte mich aber nicht die Bohne, die Fahrt war so anstrengend, dass ich sie komplett verschlafen hatte. Und so ging es weiter nach Grafenau.
Endlich angekommen konnte ich in Ruhe alles erkunden und meine neue Familie kennen lernen. Es ist so schön hier. Ich habe Artgenossen und kann mein Schweineleben endlich in vollen Zügen genießen.

Eure Pina, aus ihrem neuen zu Hause in Bayern.



Loki, das Lamm

Liebe Tierfreunde,
Mit dem Anlernen unserer zwei Praktikanten Lina und Paulchen – wie Letzterer zu uns kam, habe ich euch vor Kurzem ja geschildert – bin ich zu Hause derzeit voll beschäftigt, während die Kollegin ihren Spaß draußen hat. Ich bin mir da nicht immer sicher, ob sie ohne mich klarkommt und mache mir schon manchmal Sorgen. Aber nicht selten geschehen Dinge, die sind nicht gefährlich, wie die Sache mit Loki. Die Geschichte möchte ich euch kurz erzählen, weil sie so schön in die Osterzeit passt.

Loki ist ein Walliser Schwarznasenlämmchen, das bei einem unserer letzten Einsätze zu M.u.T. kam. Gefunden hat es, wie kann es anders sein, ein aufmerksamer Hund. Gut, wie sagt das Sprichwort: Auch ein blinder Hund findet mal ein Schaf. Kleiner Scherz.

Das Kerlchen lag mitten im Feld auf einer Grünfläche, frisch geboren und kläglich rufend. Weit und breit kein Mensch – bis auf die Hundebesitzer – oder gar eine Schafmama zu sehen. Es erfolgte ein Anruf bei M.u.T.. Die Kollegin Annette kam und nahm es an sich. Sie deponierte es in ihrem Wohnzimmer. Es wurde erst einmal eingemummelt und mit Wärmflaschen gewärmt. Dann lief das übliche Prozedere in Form eines Telefonmarathons ab.

Wir sind ja auf einiges vorbereitet, aber Lämmchen gehören nicht zu unserem Tagesgeschäft. So ergaben sich etwa die Fragen: Wo bekommt man Lämmermilch und eine geeignete Flasche her? Also bei Tierärzten und diversen anderen Einrichtungen stand fest, da gab es keine Milch. Dann startete die Kollegin einen Aufruf über Facebook, weil das kleine Lämmchen doch langsam Hunger entwickelte. Schließlich kam eine WhatsApp-Nachricht: Weshalb wir nicht bei Lara nachfragen würden? Die Kollegin ärgerte sich, dass sie nicht selbst darauf gekommen ist, denn Lara ist eine ganz tolle Gassigeherin bei M.u.T. und ihre Eltern sind wirkliche Tierfreunde. Sie haben Schafe, Hühner und Vögel – und natürlich Lämmermilch inklusive einer geeigneten Flasche. Ich hätte diesen Lösungsansatz auch vorgeschlagen, aber man hat mich nicht gefragt.

Also Lamm raus dem einen Wohnzimmer und rein ins andere. So einfach geht das bei echten Tierfreunden. Lara und ihre Familie kümmern sich ganz großartig um das kleine Lamm. Damit es nicht das ganze Wohnzimmer mit Hinterlassenschaften vollkleckert, hat Loki jetzt Windeln an.

Aber wie aber kam das Lämmchen auf die Wiese?

Ein Schäfer zog an der Fundstätte mit einer sehr großen Schafherde entlang. Die Walliser Schwarznasenschafe waren neu in seiner Herde und ihm wurde nicht mitgeteilt, dass ein Schaf tragend sei. Normalerweise wird die Herde unruhig, wenn ein Lamm zur Welt kommt, und begrüßt dann später den Neuankömmling mit lautem Määäääh. Dies geschah dieses Mal nicht. Die Herde war ruhig und zog gemütlich mit dem Schäfer umher. Als wir ihn ausfindig gemacht hatten, war er sehr beruhigt über unsere Lösung, zumal Loki von seiner Rasse einen Freund und Spielkameraden bekommt.

Aber eines muss ich noch zum Besten geben: Ich habe ja Loki auch in Augenschein genommen und war im ersten Moment etwas perplex. Kurz hatte ich den Eindruck, dass sie die Reinkarnation eines Mopsurahns ist. Dieses entzückende runde Köpfchen mit dem schwarzen Näschen! Richtig mopsig, einfach „goldisch“, wie man hierzulande sagt.

Sonnige Grüße von eurer Sunny – immer im Einsatz für M.u.T.

Sunny/Mopsi

© Petra Cataldi

Purer Stress

Liebe Tierfreunde,

lange habt ihr nix mehr von mir gehört. Ich kann euch auch sagen, weshalb.

In den letzten Monaten konnte ich nicht zu den Einsätzen mitfahren, weil ich mich um die Pflegefälle zu Hause kümmern musste. Klar, ich hatte Hilfe von unserer Praktikantin Lina. Allerdings besteht sie auf ihre Ruhepausen, schläft viel und oft.

Einer muss dann aber auf das Haus aufpassen und sich um alles und alle kümmern. So komme ich kaum dazu, mal die Augen zu schließen. Ich nutze dann die Zeit, während ich wache, und philosophiere so vor mich hin. Zum Beispiel versuche ich aktuell, einen Weg zu finden, um an das Katzenfutter zu kommen. Hat doch meine Chefin einen Katzenbaum gekauft, der nicht mops-kompatibel ist! Sprich: Ich komme nicht mehr an das Futter der Katzen. Zusätzlich hat sie mich auf Diät gesetzt. Ich bin not amused. Das könnt ihr mir glauben.

Aber zurück. Wer waren dann die häuslichen Pflegefälle, um die ich mich Tag und Nacht kümmern musste?

Das Jahr 2018 hatte uns sehr viele verwaiste Kitten beschert. Die ersten sind im April zu uns gekommen. Das letzte Kätzchen konnte am Tag vor Weihnachten zu einer neuen Familie ziehen.

Ihr werdet es nicht glauben, aber innerhalb eines einzigen Tages kamen im letzten Jahr einmal 17 – in Worten: siebzehn – der kleinen Mäuse zu M.u.T.. Da ging’s dann rund bei uns.

Vielleicht könnt ihr nun verstehen, dass ich die ganze Zeit quasi ans Haus gebunden war. Die Kitten mussten ja alle gefüttert und betüttelt werden. Purer Stress. Aber Omi Maya hat sich als hilfreiche und perfekte Katzenbaby-Sitterin entpuppt.

Bei all der Belastung kam der Gedanke auf, ob man sich nicht um weitere häusliche Hilfe bemühen sollte. Wenn man dazu „ja“ sagt, liegt die Schlussfolgerung nicht fern, einen weiteren Hundekumpel mit ins Haus zu nehmen. Und ist man gedanklich einmal so weit gekommen, wird es klar, dass es jemand sein muss, der zu meinem intellektuellen Niveau passt, ergo einer vom Stamme Mops.

Weder bei ElitePartner noch bei Parship war was Brauchberes zu finden. Und so sind die Chefin und ich mit Freundin Candy und deren Frauchen gaaaaanz weit gefahren. Wir haben uns eine Mopszucht angeschaut, die in Auflösung war.

Uns wurden nach und nach die Möpschen vorgestellt. Ich bin ja schon ein Wirbelwind, aber die drei ersten haben alles übertroffen. Wir waren uns alle einig. Die können wir nicht nehmen. Die wären nix für unsere beschauliche WG.

Aber dann kam Paulchen……. Und es war um uns geschehen. Ein goldiges Kerlchen! Soooo süüüüüß! Uns allen war sofort klar: Der ist es, der passt zu uns. Also haben wir ihn adoptiert.

Nun habe ich zwei Praktikanten zu betreuen.

Sonnige Grüße von eurer Sunny – immer im Einsatz für M.u.T.