Mensch und Tier
MuT zum gemeinsamen Leben

Kontakt zum Tierheim


0157-79 860 850
Besichtigung nach Vereinbarung

Tier in Not

0162-3145773
oder
0162-3145914
24 Stunden täglich


e-Mail schreiben

Tierschutzverein Mensch und Tier (M.u.T.) Bingen am Rhein, Rheinhessen-Naheland e.V.

Das Leid des Kerbehammels

Das Leid des Kerbehammels

Es gibt Traditionen, die man beibehalten sollte. Und es gibt unter ihnen solche, bei denen Veränderungen nötig sind. Dazu gehört der Kerbehammel. Das jedenfalls ist die Meinung des Tierschutzvereins Mensch und Tier (M.u.T.) Bingen, Rheinhessen-Naheland e.V.

Früher wie heute ist die Kerb, Kirmes oder Kirchweih einer der Höhepunkte im gemeinschaftlichen Dorfleben. Dabei wird ein Brauchtum gepflegt wie das Aufstellen eines Kerbebaums, das Hissen von Fahnen, den Kerbeumzug und vieles mehr. Leider gibt es auch die Tradition des Kerbehammels, die nicht mehr zeitgemäß ist – so M.u.T. Der Tierschutzverein möchte niemandem den Spaß nehmen und auch keine liebgewonnenen Traditionen schlecht reden, sondern zum Schutz der Tiere ein Überdenken anregen.

Man stelle sich die Situation aus der Sicht des Tieres einmal vor. Es wird getrennt von seiner Herde, mit einem Umhang „geschmückt“ und an die Spitze des Kerbeumzugs gestellt. Das bedeutet für ein Herdentier, das vielleicht noch nicht einmal ein Leittier ist, puren Stress. Selbst das Trainieren und Üben mit dem Hammel hat nichts mit der Lebensweise dieser Tiere zu tun und funktioniert auch nur, weil die Tiere vom Wesen her friedfertig sind.

Und dann der Umzug selbst. Der Tier wird an einer Leine an Menschenmengen vorbei durch den Ort geführt. Die Stimmung bei den Besuchern des Kerbeumzugs ist vielleicht genauso großartig, wie das Wetter. Es wird gelacht, gejubelt und die Musikkapellen geben ihr Bestes. Das alles verängstigt den Hammel und der Umzug ist eine Qual für ihn. Ganz zu schweigen von der meist noch folgenden Versteigerung, bei der es oft auch hoch hergeht.

Mit diesen Überlegungen trat M.u.T. an Kerbejahrgänge in der Region heran. Er traf beim Kerbejahrgang 2017 in Münster-Sarmsheim auf offene Ohren. Der Jahrgang hat sich entschlossen, kein lebendes Tier der Tortur mehr auszusetzen und einen hübschen Ersatz gefunden. M.u.T. freut sich sehr über diese Entscheidung und wünscht sich viele Nachahmer. Der Tierschutzverein will künftig einen Preis für den kreativsten Ersatzhammel ausloben.

M.u.T. wünscht allen eine tolle Kerb und freut sich, wenn die Hammel dort bleiben können, wo sie hingehören, auf der Weide, bei den Artgenossen.